Es war ein schöner Wintertag,
Neuschnee lag und wir machten uns auf, zu unserem täglichen Spaziergang mit den Hunden. Der Weg führte uns in Richtung Rhönblick, links und rechts des Feldweges Wiesen und verschneite Ackerflächen, die am Waldrand enden. In dieser Gegend wechselt viel Wild und unsere Hündin ist schon immer verrückt danach und sie würde es immer jagen, wäre die Möglichkeit vorhanden, trotz Ausbildung.
Aus diesem Grund halten wir sie meist an der Leine, wenn wir spazieren gehen.
Plötzlich ohne ersichtlichen Grund riß Kora, unsere Hündin so stark an der Leine, das diese mir aus den Händen rutschte...sie schoß wie eine Kanonenkugel davon, die Leine
hinter sich her ziehend. Nun sahen wir auch den Grund, zwei Hasen sprinteten in Richtung Wald. Sie hatten uns genauso bemerkt , wie eben auch Kora..leider.
Der Hund war weg, wir suchten überall und schrien uns die Kehle heißer.
Wir trennten uns und suchten in verschiedenen Richtungen bis es dunkel wurde. Zu Hause die bittere Erkenntnis: Kora blieb verschwunden. Wir waren verzweifelt und so ging mein Partner noch mal los, nach 20 Uhr mit Taschenlampe...nach 3 Stunden kam er zurück, ohne Kora.
Nun begann das Hoffen. Eine lange schlafose Nacht, ich ging mehrmals raus in den Garten und rief nach ihr. Nichts.
Am nächsten Morgen traf sich die Familie, meine beiden Söhne kamen und wir entschlossen uns eine Suchaktion mit gedruckten Suchanzeigen zu verteilen. So an die 300 Stück wurden im Umkreis von 20 km an verfügbare schwarze Tafeln in Ortschaften oder gut sichtbare Bäume geheftet.
500 Euro Belohnung für den Finder!!
Auch bei uns im Ort hingen Zettel und wir riefen Nachbarn an, um Mithilfe bitttend, die Augen auf zu halten und uns zu informieren wenn sie irgend wo etwas hören sollten.
Wir selbst suchten mit unserem Rüden den ganzen Tag, es ging viele km auf und ab, rufend und Spuren im Schnee suchend...immer die Angst sie könnte sich mit der Leine irgendwo verhackt haben und nicht weiter kommen und wir könnten ihr nicht helfen.
Wir wußten, das sie verhungern würde, wenn wir sie nicht finden würden.
Am Abend ging ich noch mal ein Stück aus der Ortschaft und rief ihren Namen...
da hörte ich Hundebellen, was von ihr hätte sein können...als ich in die Richtung lief war plötzlich Stille.
Wir waren verzweifelt, es gingen am nächsten Tag Anrufe ein von Hundefreunden, die
ihre Hilfe beim Suchen in anderen Orten anboten oder einfach Anteilnahme ausdrückten.
Wir fragten bei Tierärzten in und Jägern in unserer Umgebnung nach einem weißen Schäferhund...nichts.
Unser Rüde lag nur noch da und schaute aus unserem großen Fenster nach draußen und
winselte kläglich.
Nun war schon der dritte Tag vergangen und am Abend saß ich heulen auf meinem Bett,
als plötzlich Kora am Fenster stand, mit Leine, genau so wie sie uns ausgerissen war!
Ich glaubte schon ich sehe Gespenster...aber sie war es wirklich, völlig unversehrt, sauber,
keine Kletten im Fell oder ähnliches, keine verschutzte Leine.
Die Freude über das Wiedersehen kann man nicht Worte fassen. Wir waren so glücklich...aber dann kam natürlich die Frage:" wie war das möglich?"
Die Nachforschungen in den folgenden Tagen ergaben, daß Kora nach ihrem Jagdausflug sofort nach Hause lief und vor dem verschlossenen Tor saß. Von dort hatte sie ein skrupeloser Mensch mitgenommen, um sie zu verkaufen. Dieser Deal ging schief, weil die Suchanzeigen überall, mit der hohen Belohnung, die Beteiligten verunsicherte und diese stellten Kora einfach bei uns wieder ab, das Tor hatten wir offen gelassenfür den Fall, dass sie doch noch allein zurück kommt, die Hoffung stirbt zu letzt.
Ein Jahr lang hatte Kora Angst Auto zu fahren, sie warf sich vor dem Auto auf den Rücken und wollte nicht ein steigen, obwohl sie vorher nichts lieber getan hat.
Diesen Tag werden wir nicht vergessen-- unsere Hunde sind für uns wie Familienmitglieder und wir sind froh und glücklich das alle gesund und munter sind. Seit dem sind wir bei jedem Spaziergang hell wach und auch tagsüber, wenn die Hunde sich auf dem Grundstück tummeln...Wer so etws erlebt hat behält Argwohn und ich denke wir fahren gut damit.
Leute aus unserer Umgebung berichteten uns später, daß dies die größte Suchaktion gewesen wäre, die sie erlebt hätten. Es waren sehr viel Menschen daran beteiligt, denen nochmals unseren Dank.
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